Immer pleite? Warum es sich so anfühlt, obwohl Du alles richtig machst

Du hast Deine Rechnungen im Griff, sparst für später und trotzdem fühlt sich Dein Konto ständig leer an? Dann bist Du vielleicht gar nicht pleite. Dein Geld hat nur längst eine Bestimmung.

Warum es manchmal ein gutes Zeichen ist, wenn Du Dich pleite fühlst

Kennst Du dieses beklemmende Gefühl, obwohl eigentlich gar nichts Dramatisches passiert ist?

Du schaust auf Dein Konto und sofort beginnt das Gedankenkarussell. Reicht das wirklich? 
Was, wenn das Auto in die Werkstatt muss?
Was, wenn die Waschmaschine kaputtgeht?
Was, wenn nächsten Monat plötzlich etwas kommt, womit Du nicht gerechnet hast?

Dabei sind Deine Rechnungen bezahlt. Vielleicht hast Du sogar einen Notgroschen, Rücklagen und verschiedene Sinking Funds. Du planst Deine Ausgaben, legst Geld für später zurück und versuchst, vernünftige finanzielle Entscheidungen zu treffen.

Und trotzdem fühlst Du Dich pleite.

Ein genauerer Blick lohnt hier sehr. Denn sich pleite zu fühlen und tatsächlich pleite zu sein, sind zwei unterschiedliche Dinge.

Manchmal entsteht dieses Gefühl gerade deshalb, weil Du vieles richtig machst.

Dein Geld ist nicht weg. Es hat längst eine Bestimmung

Wenn Du Deine Finanzen planst, verschwindet Dein Geld nicht irgendwo. Du verteilst es.

Ein Teil bezahlt Deine laufenden Rechnungen. Ein anderer Teil ist für Lebensmittel oder andere Ausgaben des Monats vorgesehen. Dazu kommen vielleicht Dein Notgroschen, die Altersvorsorge und Sinking Funds für Dinge, von denen Du weißt, dass sie irgendwann Geld kosten werden.

Weihnachten kommt jedes Jahr. Das Auto braucht irgendwann neue Reifen. Versicherungen werden fällig. Haushaltsgeräte halten nicht ewig.

Das Geld für solche Ausgaben liegt vielleicht bereits auf einem separaten Konto oder wartet in einem Umschlag auf seine Bestimmung.

Nur fühlt es sich nicht mehr frei verfügbar an. Und genau deshalb kann auf einmal der Eindruck entstehen: Ich habe ja gar nichts. Dabei stimmt das nicht. Du hast Geld. Du hast nur bereits entschieden, wofür es da ist.

Kurz erklärt: Bei einem Zero based Budget wird das gesamte verfügbare Geld am Monatsanfang verteilt. Jeder Euro bekommt eine Bestimmung. Deshalb bleibt bewusst kein frei verfügbares Geld übrig. Das bedeutet nicht, dass kein Geld mehr vorhanden ist. Es ist lediglich bereits verplant. Ich budgetiere selbst auf diese Weise. Und obwohl ich genau weiß, warum ich das tue, kann ein sehr kleiner frei verfügbarer Betrag trotzdem ein ungutes Gefühl auslösen.

Dein Kopf erinnert sich noch an frühere Geldsorgen

Besonders stark kann dieses Gefühl sein, wenn Geld früher einmal wirklich knapp war, Du also echt pleite warst.

Wer längere Zeit finanzielle Unsicherheit erlebt hat, vergisst dieses Gefühl nicht so schnell, nur weil sich die finanzielle Situation verbessert hat. Mir geht es an manchen Tagen immer noch so, daß ich Panik schiebe.

Du kannst heute Rechnungen bezahlen, Rücklagen besitzen und für kommende Ausgaben vorsorgen. Trotzdem kann ein niedriger Kontostand alte Alarmglocken auslösen.

Der Kopf erinnert sich an Zeiten, in denen du echt pleite warst und dies tatsächlich Gefahr bedeutete. Das ist für mich einer der wichtigsten Gedanken an diesem ganzen Thema. Vielleicht bist Du heute gar nicht mehr in derselben Situation.

Vielleicht hast Du längst ein System aufgebaut, das Dich auffängt.

Dann besteht der nächste Schritt nicht unbedingt darin, noch mehr zurückzulegen. Vielleicht musst Du auch lernen, Deinem eigenen System zu vertrauen.

Mach sichtbar, was Du bereits aufgebaut hast

Genau darüber habe ich vor Kurzem nachgedacht.

Viele meiner Sinking Funds laufen bargeldlos über separate Konten. Ich weiß natürlich, dass das Geld dort liegt. Bisher habe ich diese Rücklagen aber nicht zusätzlich in einem Tracker dokumentiert.

Zeitnah möchte ich das ändern.

Ich will meine Sinking Funds einmal zusammentragen und sichtbar machen, wie viel für die verschiedenen zukünftigen Ausgaben tatsächlich schon vorhanden sind.

Klar, daß Geld wird dadurch natürlich nicht mehr, aber ich will mehr von meinem eigenen Fortschritt sehen und mich ein wenig darin sonnen, wie weit ich es gebracht habe.

Vielleicht hilft Dir genau das ebenfalls.
Denn wenn Du ständig nur auf das nächste Sparziel schaust, fällt Dir irgendwann gar nicht mehr auf, was Du bereits geschafft hast. Und auch, wenn Du alleine für Deine Familie sorgst, klopft Dir auch keiner auf die Schulter und sagt Dir, daß Du das richtig gut wuppst.

Fazit: Vielleicht bist Du gar nicht pleite

Wenn Du Dich ständig pleite fühlst, obwohl Deine Rechnungen bezahlt sind und Du Rücklagen bildest, bedeutet das nicht automatisch, dass mit Deinem Budget etwas nicht stimmt.

Vielleicht funktioniert es sogar ziemlich gut, denn Geld ist nicht auf magische Weise verschwunden. Es hat eine Bestimmung und darauf wartet es jetzt.

Und vielleicht bleibt gerade deswegen nur so wenig übrig, weil Du so gut vorgesorgt hast.

Also konzentriere Dich nicht nur auf das, was noch fehlt.

Schau auch auf Deinen Notgroschen, Deine Rücklagen und Deine Sinking Funds. Schau auf die Ausgaben, auf die Du heute vorbereitet bist und die Dich früher vielleicht komplett aus der Bahn geworfen hätten.

Finanzielle Sicherheit entsteht nicht nur dadurch, dass Du ein gutes System aufbaust.

Irgendwann musst Du auch anfangen, diesem System zu vertrauen.

Dein kostenloser Sinking Funds Tracker

Wenn Deine Rücklagen auf verschiedenen Konten oder in verschiedenen Umschlägen liegen, kann es helfen, sie an einem Ort sichtbar zu machen.

Mit meinem kostenlosen Sinking Funds Tracker kannst Du festhalten, welche Rücklagen Du bereits aufgebaut hast und wie sich Deine Sparziele entwickeln.