Geldsorgen? So wirst Du wieder handlungsfähig
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Geldsorgen? So wirst Du endlich wieder handlungsfähig
Kein schneller Ausweg, sondern ein Anfang: raus aus Verdrängung, Scham und Schuldenchaos.
Ich kenne Geldsorgen nicht nur aus Gesprächen mit anderen Frauen. Ich weiß, wie sie sich anfühlen.
Als ich noch allein mit meiner Katze lebte, war ich hoch verschuldet. Meine Katze bekam besseres Essen als ich. Bei ihr wollte ich nicht sparen. Ich selbst aß, was finanziell gerade noch möglich war: Nudeln mit etwas Öl und Gewürz, Tütensuppen. Ihr wisst schon….
Wenn es unangekündigt an der Tür klingelte, öffnete ich nicht. Ich hatte Angst, dass jemand vom RWE vor der Tür stehen könnte, um mir den Strom abzudrehen. Das Telefon wurde mir mehr als einmal abgestellt, weil ich die Rechnung nicht bezahlen konnte.
Rief die Bank an, gab ich mich als meine eigene Mitbewohnerin aus. Damals waren solche Anrufe noch möglich. Es war lange vor der DSGVO.
Rechnungen und Mahnungen öffnete ich irgendwann gar nicht mehr. Sie landeten in einem Karton. Wenn etwas Geld da war, griff ich hinein, zog eine Rechnung und bezahlte sie. Der Rest blieb liegen.
Es war meine persönliche Rechnungs-Lotterie.
Auch Einkaufen war jedes Mal mit Angst verbunden. Durch Rückbuchungen wusste ich oft nicht, ob noch genug Geld auf dem Konto war oder die Bank die Zahlung wegen dem ausgereizten Dispos verweigerte. An der Kasse war es Glückssache, ob die Kartenzahlung funktionierte. Wurde die Zahlung abgelehnt, war das unglaublich peinlich.
Zu der Angst kam die Scham und das Schuldgefühl. Über Geld spricht man in unserer Gesellschaft ohnehin nicht besonders offen. Über Geldsorgen erst recht nicht. Wer seine Rechnungen nicht mehr bezahlen kann, hält sich schnell selbst für unfähig, undiszipliniert oder dumm.
Genau so habe ich mich damals gesehen. Ich glaubte, andere Menschen bekämen ihr Leben auf die Reihe und nur ich wäre nicht in der Lage, vernünftig mit Geld umzugehen. Deshalb wollte ich nicht, dass jemand erfuhr, wie es bei mir wirklich aussah.
Diese Scham hat mich nicht zum Handeln gebracht. Sie hat dafür gesorgt, dass ich mich noch stärker zurückzog und meine Geldsorgen weiter versteckte.
Heute weiß ich: Dieses Verhalten war keine sinnvolle Lösung. Aber damals fühlte sich die ganze Situation so ausweglos an. Ich wusste nicht, was ich tun oder mit wem ich reden sollte.
Wenn das Geld nicht für alle Rechnungen reicht, fühlt sich jede Zahlung falsch an. Egal, was Du bezahlst: Für etwas anderes fehlt es anschließend.
Gleichzeitig hörst Du überall dieselben Ratschläge: weniger ausgeben, mehr sparen, einen Nebenjob suchen. Ja nee, is klar.
Wenn Du bereits erschöpft, depressiv und voller Angst bist, können solche Spartipps es noch schlimmer machen. Mich machte es wütend und ich erwähnte dieses Thema Geldsorgen nicht mehr. Mein gesamtes Nervensystem war überlastet/überfordert und jemand schlägt dann vor, noch mehr zu arbeiten. Noch mehr zu sparen.
An guten und gut gemeinten Ratschlägen und Spartipp fehlt es einem da sicher nicht.
Das Problem ist eher, dass Deine Geldsorgen Dich ohnmächtig fühlen lassen.
1. Wenn Geldsorgen Dich lähmen
Bei großer Überforderung reagieren Menschen nicht immer mit Aktion. Manche geraten in eine Starre. Eine Art Ohnmacht, die einen handlungsunfähig macht.
Du öffnest keine Briefe mehr. Du kontrollierst Dein Konto nicht. Du gehst nicht ans Telefon. Du verschiebst alles auf morgen, obwohl Du genau weißt, dass die Situation dadurch nicht besser wird.
Von außen kann das nach Nachlässigkeit aussehen. Für Dich fühlt es sich eher so an, als könntest Du keinen weiteren schlechten Brief, Rechnung, Mahnung, Inkassoschreiben und keine weitere Forderung mehr ertragen.
Diese Starre ist keine Gleichgültigkeit. Sie ist eine Stressreaktion auf eine Situation, die sich nicht mehr bewältigbar anfühlt. Diese Geldsorgen haben mich damals vollständig gelähmt.
Geldsorgen machen mich fertig: warum Du trotzdem nichts unternimmst
Vielleicht fragst Du Dich selbst, warum Du nicht endlich handelst. Schließlich weißt Du, dass die Rechnungen nicht verschwinden, nur weil Du sie nicht öffnest.
Doch Dein Kopf sieht nicht eine einzelne Aufgabe. Er sieht gleichzeitig die Mahnungen, das leere Konto, mögliche Konsequenzen, unangenehme Telefonate und die Scham darüber, überhaupt in dieser Lage zu sein. Du siehst nur VERSAGEN.
Das ist kein kleines Problem, das Du nur energisch genug anpacken müsstest. Dein gesamtes System ist überfordert.
Der ungeöffnete Post verschafft Dir kurzfristig eine Verschnaufpause. Der Kontostand bleibt unbekannt. Das Telefon klingelt irgendwann nicht mehr. Für einen Moment musst Du Dich nicht mit der Wirklichkeit beschäftigen.
Langfristig wachsen dadurch die Geldsorgen: Fristen verstreichen, Gebühren kommen hinzu und Du weißt immer weniger, wie groß das Problem tatsächlich ist.
Je länger Du Deine Geldsorgen verdrängst, desto schlimmer werden sie.
Der erste Aktionspunkt hier ist sicher nicht die Zahlung aller offenen Beträge. Nope.
Er beginnt damit, dass Du nicht mehr vollständig wegsiehst. Leichter gesagt, als getan. Ich weiß. Aber ich war irgendwann an einem Punkt, an dem ich es gründlich satt hatte und endlich wütend wurde. Wütend genug, um zu handeln. Wütend genug, um einen kleinen Schritt zu machen. Andere Frauen berichteten mir, das sie Motivation daraus ziehen, das sie ihren Kindern ein besseren Start ins Leben ermöglichen wollen. Egal, was es ist…wenn Du diesen Punkt findest, bist Du von nichts und niemandem aufzuhalten.
2. Bring Bewegung rein: Mach alles sichtbar
Eine Einnahmen-Ausgaben-Analyse klingt trocken und sachlich. Wenn Du mitten in finanziellen Schwierigkeiten steckst, kann sie jedoch die schwerste Aufgabe des gesamten Weges sein.
Denn dafür musst Du genau das anschauen, was Du vielleicht seit Monaten oder sogar Jahren verdrängst:
- ungeöffnete Rechnungen und Mahnungen
- Kontoauszüge und Rückbuchungen
- laufende Verträge und Raten
- offene Forderungen
- Deine Einnahmen
- Deine regelmäßigen und unregelmäßigen Ausgaben
- den Betrag, der jeden Monat fehlt
Deine erste Aufgabe lautet nur: Wie ist der Stand der Dinge.
Du musst hier noch keine Entscheidungen treffen, kein Problem lösen
Mit großer Wahrscheinlichkeit ist das Ergebnis unangenehm. Möglicherweise ist die Lage auch ernster, als Du gehofft hast. Aber solange Du nur eine diffuse Angst im Kopf hast, kannst Du nicht erkennen, welches Problem zuerst gelöst werden muss.
Eine konkrete Zahl kann erschrecken. Ein unsichtbares, unbekanntes Problem kann Dich dagegen vollständig beherrschen und lähmen. So möchte niemand leben.
3. So verhinderst Du Überforderung: Zerlege die Aufgabe in kleine Abschnitte
Du musst nicht an einem Nachmittag Deine gesamten Geldsorgen aufarbeiten.
Wenn Dich bereits der Gedanke daran lähmt, nimm Dir nur fünf Minuten vor. Nicht fünf Minuten, um Deine Finanzen zu retten. Nur fünf Minuten, in denen Du Dich mit ihnen beschäftigst, obwohl es unangenehm ist.
Du kannst die Aufgabe nach kurzen Zeitfenstern aufteilen:
- heute fünf Minuten Briefe zusammensuchen
- morgen fünf Minuten Umschläge öffnen
- am nächsten Tag fünf Minuten Kontoauszüge kontrollieren
Oder Du arbeitest Dich nach Rechnungsstellern durch. Heute kommt nur der Stromanbieter auf den Tisch. Morgen die Kontoauszüge. Danach Telefon und Internet.
So musst Du nicht immer wieder den gesamten Berg anschauen. Du beschäftigst Dich nur mit einem überschaubaren Teil davon.
Du kannst auch nur mit einem einzigen Brief anfangen.
Öffne ihn. Lies ihn. Schreibe den Namen des Rechnungsstellers, den Betrag und die Frist auf. Danach darfst Du aufhören.
Das klingt klein. Aber wenn Du lange gar keine Post geöffnet hast, ist genau das bereits Bewegung. Auch kleine Schritte können Deine Geldsorgen überschaubarer machen.
Du zeigst Dir selbst: Ich kann hinschauen, ohne direkt eine Lösung parat zu haben.
4. Schluss mit der Rechnungs-Lotterie
Mein Karton mit ungeöffneten Rechnungen war der Versuch, eine unmögliche Entscheidung dem Zufall zu überlassen.
Welche Rechnung ich zog, wurde bezahlt. Welche im Karton blieb, wurde ignoriert.
Vielleicht hast Du keinen solchen Karton, aber Du weißt, wofür er steht. Du hast möglicherweise eine eine ähnliche Form der Rechnungs-Lotterie oder Taktik:
Du bezahlst die Person, die am penetrantesten mahnt. Du überweist dort etwas, wo Du Dich am meisten schämst. Oder Du zahlst kleine Rechnungen, weil sie sich schneller erledigen lassen, während eine existenzielle Forderung liegen bleibt.
Wenn das Geld nicht für alles reicht, brauchst Du eine Reihenfolge.
Dabei sollten zuerst die Ausgaben betrachtet werden, die Dein tägliches Leben sichern: Wohnen, Energie, Lebensmittel und die Mobilität, die Du für Arbeit oder Familie brauchst.
Danach kommen weitere Forderungen, Fristen und Zahlungsvereinbarungen.
Welche Reihenfolge in Deiner konkreten Situation richtig ist, kann allerdings von der Art der Schulden und bereits laufenden Verfahren abhängen. Bei ernsten Rückständen solltest Du Dir deshalb fachliche Unterstützung holen, statt allein auf allgemeine Internetregeln zu vertrauen.
Wichtig ist zunächst: Du bezahlst nicht mehr nach Zufall.
Du weißt, was offen ist. Du weißt, was besonders dringend ist. Und Du weißt, bei welchen Forderungen Du Kontakt aufnehmen musst.
5. Trotz Scham Kontakt aufnehmen
Einen Rechnungssteller oder Gläubiger anzurufen, ist keine Kleinigkeit.
Du musst aussprechen, dass Du kein Geld hast. Vielleicht fühlst Du Dich wie eine Bittstellerin, die um Nachsicht bitten muss. Du weißt nicht, wie die Person am anderen Ende reagieren wird und ob sie Dir überhaupt entgegenkommt.
Auch hier wirkt das Tabu rund um Geld. Wir sollen unsere Finanzen im Griff haben, zuverlässig bezahlen und bloß niemandem zeigen, wenn es nicht funktioniert. Wer Hilfe braucht, fühlt sich deshalb schnell abhängig und minderwertig.
Ich habe solche Gespräche früher vermieden. Solange ich nicht ans Telefon ging, musste ich nicht laut aussprechen, wie schlecht es tatsächlich aussah.
Doch Du beichtest dem Rechnungssteller kein persönliches Versagen. Du informierst ihn über eine finanzielle Situation und versuchst, eine tragfähige Lösung zu finden.
Vor dem Gespräch kannst Du Dir einige Dinge bereitlegen:
- Kunden-, Vertrags- oder Aktenzeichen
- Höhe der offenen Forderung
- monatlicher Betrag, den Du realistisch zahlen könntest
- Papier für Namen, Datum und Ergebnis des Gesprächs
Versprich keine Rate, von der Du schon während des Telefonats weißt, dass Du sie nicht zahlen kannst. Eine Vereinbarung hilft Dir nur, wenn sie zu Deinem tatsächlichen Budget passt.
Du kannst Dir vorher auch einen Satz aufschreiben:
„Ich kann die Forderung derzeit nicht vollständig bezahlen und möchte klären, welche realistische Lösung möglich ist.“
Damit musst Du nicht während des Gesprächs nach den richtigen Worten oder Angaben wühlen.
Frage, welche Möglichkeiten es gibt. Je nach Unternehmen und Situation können beispielsweise eine Ratenzahlung oder eine vorübergehende Stundung infrage kommen.
Ein solches Gespräch macht die Schulden nicht kleiner. Aber Du handelst wieder, statt auf den Mahnbescheid oder Gerichtsvollzieher zu warten und in Angst zu leben.
Die Wahrscheinlichkeit, das Dir ein Telefongespräch zu peinlich in Deiner misslichen Lage ist, kannst Du immer noch eine Mail schreiben. Die Ansprechpartner mit Namen, Telefonnummer und Mailanschrift stehen normalerweise auf Rechnungen und Mahnungen.
Bei dieser ersten Kontaktaufnahme per Mail kannst Du die Anfrage sehr sachlich halten, wenn Dir das leichter fällt.
6. Zuerst die unverhandelbaren Zahlungen
Wenn viele Rechnungen offen sind, entsteht schnell der Wunsch, eine Sache möglichst schnell komplett loszuwerden.
Das kann motivieren. In einer akuten finanziellen Krise ist aber zunächst entscheidend, dass Dein Alltag nicht noch weiter zusammenbricht.
Kläre deshalb:
- Welche Zahlungen sichern Wohnen und Versorgung?
- Wo drohen kurzfristig ernste Konsequenzen?
- Welche vereinbarten Mindestbeträge kannst Du tatsächlich leisten?
- Welche Zahlungen müssen neu verhandelt werden?
Es geht noch nicht darum, einen perfekten Schuldenabbauplan zu entwickeln, sondern die Situation zu stabilisieren.
Vielleicht kannst Du zunächst nur Mindestbeträge auf Rückstände zahlen. Vielleicht reicht selbst dafür das Geld nicht. Dann ist genau das die Information, die Du für Gespräche mit Beratungsstellen und Gläubigern brauchst.
Nicht jede finanzielle Lücke lässt sich durch besseres Organisieren schließen. Manchmal ist das Einkommen einfach zu niedrig für die vorhandenen Verpflichtungen.
Ein Budget kann kein Geld erzeugen. Es zeigt Dir aber ehrlich, wie groß die Lücke ist, wo Dein Geld hinfließt und an welcher Stelle Du Unterstützung brauchst.
Meine Starthilfe für Dich
7. Erst danach nach finanziellem Spielraum suchen
Spartipps und zusätzliches Einkommen stehen bewusst nicht am Anfang dieses Beitrags.
Wenn es Dich an den Rand des Nervenzusammenbruch bringt, Deine zu öffnen, brauchst Du keine Liste mit 50 Spartipps. Wenn Du psychisch und körperlich bereits am Limit bist, ist „Such Dir einen Nebenjob“ keine hilfreiche Idee. Bei akuten Geldsorgen helfen solchen banalen Ratschläge wirklich nicht.
Aber nach der Bestandsaufnahme kannst Du beurteilen, ob und wo überhaupt Spielraum vorhanden ist.
Dann kannst Du sachlich prüfen:
- Gibt es Verträge oder Abos, die Du nicht mehr nutzt?
- Lassen sich einzelne laufende Kosten reduzieren?
- Bestehen Ansprüche auf Leistungen oder Unterstützung, die bisher nicht genutzt werden?
- Gibt es Ausgaben, die ohne große zusätzliche Belastung verändert werden können?
- Ist mehr Einkommen in Deiner persönlichen Situation überhaupt realistisch?
Manchmal findet sich dabei Geld.
Manchmal zeigt die Analyse aber auch: Du hast längst überall gekürzt und trotzdem reicht es nicht.
Dann brauchst Du möglicherweise Unterstützung bei Ansprüchen, Forderungen oder einer umfassenden Schuldenregulierung.
8. Ein kleiner Puffer als erster Erfolg
Ein Notgroschen in Höhe mehrerer Monatsausgaben ist in dieser Situation kein hilfreiches erstes Ziel, obwohl Finanzgurus das an der Stelle im predigen.
Wenn Du gerade Rechnungen nach Prioritäten sortierst und Mindestzahlungen für Deine Schuldner absicherst, wirken mehrere Tausend Euro Rücklage absurd.
Trotzdem empfehle ich einen erster Puffer, der darf sehr klein sein.
Vielleicht sind es zunächst nur die Münzen, die am Ende der Woche in Deinem Portemonnaie liegen. Genau dafür kann eine Kleingeldchallenge gut funktionieren. So habe ich auch angefangen.
Du sparst keinen großen Betrag. Du beweist Dir aber, dass Du sehr wohl „Frau“ über Deine Finanzen bist.
Aus einigen Münzen werden möglicherweise 10 Euro, später 20 oder 50 Euro. Dieser Betrag löst Deine Geldsorgen nicht. Aber er kann verhindern, dass eine kleine ungeplante Ausgabe sofort wieder eine Rückbuchung oder neue Schulden verursacht.
Noch wichtiger: Du siehst einen Fortschritt und hast Kontrolle.
Nach langer finanzieller Ohnmacht kann ein kleines sichtbares Ergebnis mehr bewirken als ein großes Sparziel, das Du ohnehin nicht erreichen kannst.
9. Wenn Schuldnerberatung unumgänglich ist
Ein Budget ist eine Grundlage. Es ersetzt keine Schuldnerberatung.
Wenn Du dauerhaft weniger Geld hast, als Du für notwendige Ausgaben und Forderungen brauchst, wenn bereits Inkasso, Pfändungen oder die Kündigung existenzieller Verträge drohen oder wenn Du überhaupt nicht mehr weißt, wie Du die Lage allein ordnen sollst, brauchst Du fachliche Unterstützung.
Anerkannte Beratungsstellen findest Du unter anderem bei:
- Caritas
- Diakonien sind regional aufgestellt
- Verbraucherzentralen
- Deiner Stadt, Gemeinde oder Deinem Landkreis
Die Caritas bietet neben örtlichen Beratungsstellen auch eine Onlineberatung an. Die Diakonie beschreibt ihre gemeinnützige Schuldnerberatung als vertraulich und kostenlos. Allerdings ist kostenlose Beratung nicht überall für jede Person gleichermaßen verfügbar; vor Ort können Zuständigkeiten, Voraussetzungen und Wartezeiten unterschiedlich sein.
Die Verbraucherzentrale warnt ausdrücklich vor Anbietern, die mit schneller Soforthilfe, Kredit ohne Schufa oder einer vermeintlich unkomplizierten Finanzsanierung werben. Anerkannte Beratungen bei Kommunen, Wohlfahrtsverbänden und Verbraucherzentralen sind die sicherere Anlaufstelle.
Du bist weder ein Einzelfall noch die einzige Person, die an diesem Punkt Unterstützung braucht. Professionelle Hilfe ist sinnvoll, wenn Deine Geldsorgen allein nicht mehr zu bewältigen sind.
10. Fazit: Handlungsfähigkeit beginnt mit Hinsehen
Geldsorgen sind kein Beweis für mangelnde Intelligenz. Sie bedeuten auch nicht automatisch, dass Du verantwortungslos mit Geld umgegangen bist.
Und selbst ein hohes Einkommen, Erfolg oder Berühmtheit schützen nicht davor. Auch Millionäre, Spitzensportler und bekannte Künstler haben durch Krankheit, Fehlinvestitionen, schlechte Beratung, Sucht oder falsche Entscheidungen ihr Vermögen verloren und Insolvenz anmelden müssen.
Geldsorgen sind kein Intelligenztest und Du musst Dich für Deine Geldsorgen auch nicht schämen.
Entscheidend ist nicht, wie klug, erfolgreich oder diszipliniert Du bist. Es hilft Dir jetzt auch nicht, Dich jeden Tag dafür zu verurteilen, wie lange Du weggesehen hast.
Der Ausweg damit, das Du Deine Situation nicht länger verleugnest.
Vielleicht öffnest Du heute nur einen Brief.
Vielleicht stellst Du einen Timer auf fünf Minuten.
Vielleicht notierst Du zum ersten Mal ehrlich, wie viel Geld hereinkommt und was Du offen stehen hast.
Das löst nicht Dein Geldproblem, aber Du stehst nicht mehr bewegungslos vor einem unsichtbaren Problem.
Du beginnst wieder zu handeln. Falls Du genauer herausfinden willst, welcher Geldprobleme-Typ Du bist, kannst Du hier nachlesen.